Bericht aus Lesbos

Die Gesellschaft Kultur des Friedens grüsst die Teilnehmer/Innen der
Antikriegskundgebungen in Tübingen und Stuttgart aus Griechenland.

Mitglieder GKF sind zur Zeit auf der Insel Lesbos zur Unterstützung von
Solidaritätsprojekten für Flüchtlinge u.a.mit einer Musikschule in „One
Happy Family“, einer “ Friedensschule“ mit zahlreichen kulturellen
Aktivitäten, zu der täglich viele hunderte Flüchtlinge kommen. Dieses
Gelände ist ein Treffpunkt von Flüchtlingen aus allen Kontinenten,
vor allem aus Kriegsgebieten wie Afghanistan, Syrien, Irak
und zahlreichen afrikanischen Ländern und liegt bei Mytilini zwischen
den Flüchtlingslagern Moria und Kara Tepe.

Es ist ein Zentrum der Kultur und Solidarität für und von Flüchtlingen in dem die GKF u.a. mit Finanzierung von Musikinstrumenten, Gitarrenunterricht, Konzerten einen
Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit und kulturellen Verständigung
der Flüchtlinge zu leisten versucht. Die Lebensbedingungen in dem Flüchtlingslager Moria ( EU- Hotspott) ist durch extreme Überbelegung (aktuell ca.10 000, geplant für 3000 Personen) unmenschlich.

Täglich kommen im Schnitt mehr als 100 Flüchtlinge nach Lesbos aus der Türkei.
Heute morgen kamen 14 Boote mit 650 Flüchtlingen in Lesbos an, die nach
wie vor ihr Leben bei der Überfahrt riskieren.

Mitglieder der GKF nahmen am Samstag, 24. August 2019 in Mytilini, der
Hauptstadt von Lesbos an verschiedenen Gedenkfeierlichkeiten für die  am
11. Juni 2019 – 7 Flüchtlinge aus Kongo und Kamerun(2 Kinder und 5
Erwachsene) teil, die vor Lesbos aus der Türkei kommend ertrunken
sind.Zwei Tote konnten erst jetzt in Anwesenheit der Angehörigen
beigesetzt werden. Die toten Flüchtlinge sind auch eine Mahnung an die
verantwortliche Politik, die sich zur gleichen Zeit in Form der G7
Staaten in Biarritz/Südfrankreich tagten.

Die GKF fordert anlässlich des G7 Treffen von der Bundesregierung eine
Politik, die Fluchtursachen, wie wachsende Ungleichheit, Waffenexporte,
kriegerischen Interventionen und Klimazerstörung überwindet und nicht
die Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lässt. Mitglieder der GKF trafen
auf Lesbos in Sikamnia die Besatzung von „Mare Liberum „, des deutschen
Schiffes (Berlin), die Menschenrechtsbeobachtungen in der Ägäis
durchführt, um einen Beitrag zur Lebensrettung auf der
Fluchtroutezwischen Türkei und Griechenland zu leisten, auf der auch
nach dem „EU-Türkei Deal “ zahlreiche Menschen ihr Leben verlieren. Der
Seawatchbootsführer Philipp Hahn war zuvor im Einsatz im Mittelmeer vor
Italien zusammen mit der Schiffskapitänin Carola Rackete.

Der Weltklimarat erwartet bis 2050 mehr als 150 Millionen Klimaflüchtlinge.

Zur Unterstützung des Kultur des Friedensprojekt auf Lesbos bitten wir um
Unterstützung durch Spenden mit dem Vermerk “ Musikschule für Flüchtlinge“
Bankverbindung: Kreissparkasse Tübingen, IBAN DE 07641 500 200000 266088
Gesellschaft Kultur des Friedens.

Henning Zierock, GKF, z. Z. Griechenland , 31.8.2019

 

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