Alle Beiträge von Heike Hänsel

12. August: Gedenken an Alfred Hausser anlässlich seines 20. Todestages

Alfred Hausser – Widerstandskämpfer, Antifaschist, Architekt der Zwangsarbeiter-Entschädigung, Kommunist, Naturfreund und Gewerkschafter.

Der „Mahner für die ausgebliebene Gerechtigkeit“ ist am 12. August 2003 gestorben. Sein Todestag jährt sich dieses Jahr zum 20. Mal. Aus diesem Anlass lädt die Gesellschaft Kultur des Friedens zum Gedenken an Alfred Hausser am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus ein und die VVN-BdA Baden-Württemberg im Anschluß zur Versammlung am Grab von Alfred Hausser in Stuttgart-Untertürkheim.

„Die Zukunft gehört denen, die dagegen waren“
Gedenken an den Widerstandskämpfer und Antifaschisten Alfred Hausser anlässlich seines 20. Todestages
Samstag, 12. August 2023, 14.00-15.00h, Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, Stauffenbergplatz, Stuttgart
Wir wollen gemeinsam mit Weggefährten an Alfred Hausser erinnern, an seinen Widerstand als Kommunist in der NS-Zeit und seinen lebenslangen Einsatz gegen Faschismus und Krieg, für den Aufbau einer gerechten Gesellschaft und seinen unermüdlichen Kampf um Wiedergutmachung und Entschädigung für die NS-ZwangsarbeiterInnen.

Mit Beiträgen von:
Ilse Kestin, Landessprecherin VVN-BdA Baden-Württemberg; Lothar Eberhardt, Mitarbeiter Interessensgemeinschaft ehem. NS-Zwangarbeiter Berlin; Lothar Letsche, VVN-BdA Tübingen-Mössingen; Martin Hank, Heike Hänsel, Gesellschaft Kultur des Friedens, sowie Grußworte von politischen Weggefährten.

Ab 11.00h ist bereits die Ausstellung „Nur wer sich aufgibt, ist verloren“ auf dem Stauffenbergplatz zu sehen, begleitet mit Informationen von Lothar Eberhardt, Initiator und verantwortlicher Ausstellungsmacher der Ausstellung von 2014. Die Ausstellung zeigt sein jahrzehntelanges unermüdliches Wirken als Vorreiter für die Entschädigung der NS-Sklavenarbeit, gegen Restauration, Krieg und Faschismus.

Alfred Hausser war im Württembergischen eine „Institution“, weit über seine eigene Organisation hinaus genoss der Antifaschist, langjähriger VVN-BdA-Ehrenvorsitzender, großes Ansehen. Alfred Hausser hat den Terror der Nazis am eigenen Leib erfahren. Hausser musste während seiner Haft im Zuchthaus Ludwigsburg in der NS-Zeit für die Firma Bosch als Zwangsarbeiter schuften. Zeit seines Lebens setzte sich der Mitbegründer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes später für die Entschädigung von ZwangsarbeiterInnen ein. Im Stuttgarter DGB-Haus, seit 2014 nach dem Gewerkschafter und Haussers Weggefährten Willi Bleicher benannt, heißt ein Saal nach Alfred Hausser. Doch öffentlich erinnert wird in Stuttgart bislang nicht an den lebenslangen Kämpfer. Es ist überfällig, dass der Stuttgarter Gemeinderat endlich aktiv wird.

Vortrag Eugen Drewermann: „Vom Krieg zum Frieden – Regieren mit der Bergpredigt, es wird höchste Zeit“

Dienstag, 27. Juni 2023, 19.00h, Matthäuskirche Stuttgart-Heslach, Erwin-Schoettle-Platz
Der bekannte Kirchenkritiker und Friedensaktivist kommt nach Stuttgart.

Mit internationalen Musikbeiträgen von Theodorakis-Ensemble als Zeichen der Solidarität mit Kriegsflüchtlingen aus aller Welt.
Eugen Drewermann wird über den radikalen Friedensauftrag der Bergpredigt sprechen und welche Politik sich daraus ableiten lässt für heutige Kriege und Konflikte in der Welt, unter anderem in Bezug auf den Krieg in der Ukraine und die Politik des Westens.
Dr. Eugen Drewermann ist Theologe, Psychoanalytiker und international bekannter Bestsellerautor. Als suspendierter römisch-katholischer Priester ist er 2005 aus der Kirche ausgetreten. Er ist ein Vertreter der tiefenpsychologischen Exegese und als kirchenkritischer Publizist tätig. Als ein prominentes Mitglied der Friedensbewegung wirbt er in seinen Vorträgen für ein friedliches Zusammenleben und eine gewaltfreie Völkerverständigung.
Solidaritätsbeitrag 8.- Euro (nur Abendkasse), Einlaß ab 18.15h

„Einschüchtern zwecklos“: Lesung mit Jürgen Grässlin in Stuttgart und Tübingen

Der Rüstungsgegner und langjährige Friedensaktivist, Jürgen Grässlin, stellt seine im Juni 2023 erscheinende Autobiographie vor.
STUTTGART: 15. Juni 2023, 19.00h, Gewerkschaftshaus Stuttgart, Willi-Bleicher-Str.20
(Mitveranstalter: DFG-VK Ba-Wü, pax christi Rottenburg-Stuttgart, Ohne Rüstung leben)
TÜBINGEN: 16. Juni 2023, 18.30h, Gemeindehaus Lamm, Marktplatz
Mit special guest: Holger Rothbauer, Tübinger Anwalt, langjähriger Mitstreiter von Jürgen Grässlin, ausgezeichnet mit Aachener Friedenspreis
(Mitveranstalter: Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen, DFG-VK Tübingen)

Wie kann man erreichen, dass sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Besseren ändern? Was tut man, wenn man ein wichtiges Anliegen hat? Man wird aktiv – mit unbeirrbarer Entschlossenheit, allen Widerständen zum Trotz. Jürgen Grässlin ist Aktivist, Friedenskämpfer, Optimist – vor allem aber ein hartnäckiger Stachel im Fleisch der Rüstungsindustrie. Seit Jahrzehnten setzt er sich erfolgreich gegen den weltweiten Waffenhandel ein. Er begibt sich auf die Spur deutscher Rüstungsexporte in Krisen- und Kriegsgebieten, spricht mit Opfern, Tätern und politisch Verantwortlichen. Seine Mittel sind entlarvende Recherchen, gezielte Kampagnen, Demonstrationen und Gerichtsprozesse. Sein Lebenswerk und seine Erfolge sind Inspiration für alle, die etwas bewirken wollen, sei es für Menschenrechte, Gerechtigkeit, Umweltschutz oder den Frieden.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Kundgebung zur Mobilisierung für den Ostermarsch 2023

Antikriegskundgebung am Freitag 31.3.23 um 17 Uhr auf dem Holzmarkt
Tübingen:

Schluss mit dem Krieg!
Die Waffen nieder!
Frieden schaffen!
Abrüsten! Atomwaffen abschaffen! Klima retten!

mit Redebeiträgen von Gerhard Jüttner (Stellvertretender Vorsitzender
der Naturfreunde Baden-Württemberg), IMI, Gesellschaft Kultur des Friedens, SDAJ,
Friedensplenum und VVN-BdA und Liedern von und mit Hans Eitle.

und am Samstag, 8.April, Ostermarsch in Stuttgart: 12 Uhr, Kundgebung
Schlossplatz, anschließend Demonstration und Abschlußkundgebung ca. 14.00h

20 Jahre Irak-Krieg

20. Jahrestag des völkerrechtswidrigen Irakkrieges: was sind die Folgen?
Mittwoch, 22. März 2023, 19.00h, Gemeindehaus Lamm, Marktplatz Tübingen
Vortrag und Diskussion mit Karin Leukefeld und Joachim Guilliard


Am 20. März 2003 griffen Truppen der USA und Großbritanniens mit einer „Koalition der Willigen“ den Irak an, trotz weltweiten millionenfachen Protestes auf den Straßen. Auch die Gesellschaft Kultur des Friedens versuchte damals mit Friedensdelegationen in den Irak, u.a. mit Konstantin Wecker, den Druck für eine friedliche Lösung des Konfliktes zu erhöhen.
Die Kriegsfolgen für das Land und die Region waren verheerend und halten bis heute an, Konsequenzen geschweige denn Sanktionen für die beteiligten Staaten gibt es bis heute nicht, obwohl dieser Angriffskrieg völkerrechtswidrig war und mit einer bewussten Lüge der US-Administration im UN-Sicherheitsrat gerechtfertigt worden war. Auch zahlreiche US-Kriegsverbrechen wurden zwar veröffentlicht, u.a. durch Julian Assange und Wikileaks, aber nie geahndet. Diese Doppelstandards in der (Nicht)-Reaktion auf einen eklatanten Bruch des Völkerrechts sind auch in der aktuellen Auseinandersetzung um den russischen Angriff auf die Ukraine gravierend, und beschädigen die Vereinten Nationen.

Was waren die Kriegsfolgen im Irak und der Region, wie ist die Situation heute im Irak? Welche Schlüsse müssen daraus für die Vereinten Nationen und das Völkerrecht gezogen werden? Können die verantwortlichen Regierungschefs, wie George Bush und Tony Blair, noch zur Rechenschaft gezogen werden? Wie sah die Medien-Berichterstattung aus? Welche Rolle spielte die damalige Bundesregierung?

Darüber berichten und diskutieren die Journalistin Karin Leukefeld, die seit 2000 als freie Korrespondentin für den Mittleren Osten tätig ist und regelmäßig in der Region unterwegs ist, und Joachim Guilliard, der mehrere Buchbeiträge über den Irakkrieg publiziert hat und im Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg aktiv ist, über die humanitären Auswirkungen des Krieges und der Sanktionspolitik im Irak und das internationale Iraktribunal.

24.02. Benefizkonzert „Den Frieden gewinnen – nicht den Krieg“

Anlässlich des Jahrestags des Beginns des Ukraine-Kriegs organisieren die Tübinger Kulturinitiative gegen Krieg, Militarisierung und Aufrüstung, Gesellschaft Kultur des Friedens und die Informationsstelle Militarisierung (IMI) dieses Benefizkonzert. Alle Tübinger Musikerinnen und Musiker treten ohne Gage auf, mit dem Konzert werden Spenden gesammelt für Kriegsopfer weltweit. Eintritt frei!

Freitag, 24. Februar 2023, 20.00h, Sudhaus Tübingen

Das Motto des Abends: „Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg“ (Henning Zierock)
Es geht darum, ein Zeichen zu setzen gegen die angebliche Alternativlosigkeit von Waffenlieferungen an die Ukraine, gegen Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft.
Wir verlangen von den politisch Verantwortlichen nichts weniger als alles zu tun, um einen sofortigen Waffenstillstand zu ermöglichen und Wege zu Friedensverhandlungen auszuloten. Die militärische Eskalationsspirale, das Töten und Sterben, Flucht und Vertreibung müssen ein Ende haben.
Mit dabei: Ernst-Bloch-Chor – Anne Tübinger & Werner Beusterien – Subject:Lanzas – Tanglefoot – Cake for breakfast – Roberto Deimel – Theodorakis-Ensemble – Ebbe&Dieter – Friedemann Dähn
Moderation: Kay-Uwe Hennig (SWR)
Gast: Holger Rothbauer, Tübinger Anwalt, Rüstungsgegner, ausgezeichnet mit dem Aachener Friedenspreis.
Wir wollen den Frieden gewinnen, nicht den Krieg!

Kundgebungen Tübingen und Stuttgart

„Keine deutschen Kampfpanzer an die Ukraine – stattdessen jetzt über ein Ende des Krieges verhandeln!“
Kundgebung am Donnerstag, 19. Januar 2023, 17.00h, Holzmarkt Tübingen
Kundgebung, am Freitag, 20. Januar 2023, 16.00h, Schloßplatz Stuttgart, Herzog-Christoph-Denkmal (Ecke Bolzstraße)
Aus aktuellem Anlaß um die öffentliche Diskussion um deutsche Panzerlieferungen an die Ukraine rufen die Gesellschaft Kultur des Friedens, das Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen sowie Ohne Rüstung leben, Pax Christi Rottenburg/Stuttgart, Offener Friedenstreff Stuttgart und weitere Friedensinitiativen zu den Kundgebungen in Tübingen bzw. Stuttgart auf.

Nachdem die Bundesregierung in diesem Neuen Jahr leider die Lieferung von MARDER-Schützenpanzern an die Ukraine beschlossen hat, wird der öffentliche Druck durch die NATO-Partner USA und Polen aber auch durch Grüne- und FDP-PolitikerInnen und die öffentlich-rechtliche Medienberichterstattung massiv erhöht, nun auch noch die Lieferung von LEOPARD II Kampfpanzern zu beschließen. Damit würde Deutschland immer tiefer in den Ukraine-Krieg hineingezogen mit weiterem Eskalationspotential.
Aktuelle Forderungen aus der SPD-Bundestagsfraktion und der Zivilgesellschaft nach diplomatischen Initiativen werden hingegen weitgehend ignoriert und nicht ansatzweise in der Berichterstattung gleichermaßen befördert, obwohl laut jüngsten Umfragen im ARD-Deutschlandtrend eine Mehrheit der Bevölkerung weiteren Waffenlieferungen kritisch gegenübersteht. Die Organisatoren verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine und sind der Überzeugung, dass dieser Krieg durch weitere Waffenlieferungen nicht gestoppt sondern schlichtweg ausgeweitet und verlängert wird.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin lädt am 20. Januar zum nächsten NATO-Treffen auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ein, dort soll über weitere Kriegsunterstützung und Waffenlieferungen an die Ukraine beraten werden. Dies gilt auch als inoffizieller Termin für die Entscheidung über die LEOPARD II Lieferungen. Deshalb rufen wir zu Kundgebung und Protestaktionen auf: keine Lieferung von deutschen Kampfpanzern und anderen schweren Waffen an die Ukraine – stattdessen fordern wir die Bundesregierung auf, diplomatische Initiativen zu ergreifen, um diesen Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich zu stoppen und eine politische Lösung, die die Sicherheitsinteressen aller Konfliktparteien berücksichtigt, zu befördern. Es gibt bereits zahlreiche Vorschläge für Friedensverhandlungen und Friedenspläne, die mit Leben gefüllt werden könnten. Es gilt jetzt den Frieden zu gewinnen – nicht den Krieg!

10. Dezember Internationaler Tag der Menschenrechte

Kundgebung „Für das Menschenrecht auf Frieden – Stoppt den Krieg in der Ukraine und Kriege überall auf der Welt!“ Samstag, 10. Dezember 2022, 15.00h-16.00h, Mahnmal, Stauffenbergplatz, Stuttgart-Mitte. BITTE KERZEN MITBRINGEN FÜR EIN PEACE-ZEICHEN!

Mit: Paul Schobel (Katholische Betriebsseelsorge), Dieter Reicherter (Vorsitzender Richter am Landgericht a.D.), Eva Kronz (Assange-Mahnwache), Sarah Bies und weiteren Beiträgen von Friedens- und Flüchtlingsorganisationen.

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte, wollen wir das Menschenrecht auf Frieden stärken. Wir setzen uns für einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine ein, die längst zum Schauplatz eines Stellvertreterkrieges zwischen Russland und der NATO geworden ist. Während die Bundesregierung den völkerrechtswidrigen russischen Angriff auf die Ukraine verurteilt, schweigt sie zu völkerrechtswidrigen Bombardierungen der kurdischen Regionen im Norden Syriens und Iraks durch den NATO-Partner Türkei und ihren eigenen zahlreichen Völkerrechtsbrüchen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, alle Kriege zu verurteilen, Waffenlieferungen an kriegführende Staaten und in Kriegsgebiete – auch in die Ukraine – zu stoppen und stattdessen Friedensverhandlungen und diplomatische Initiativen der Konfliktlösung zu ergreifen. Dafür gibt es derzeit genügend internationale Friedensappelle und Initiativen, wie zum Beispiel den „Christmas Appeal“ des Internationalen Friedensbüros.

Gleichzeitig müssen Kriegsflüchtlinge und Deserteure, unabhängig von ihrer Herkunft, in Deutschland aufgenommen und gleichermaßen unterstützt werden. Flüchtlinge 1. und 2. Klasse darf es nicht geben! Die politische Verfolgung des Journalisten und Wikileaks-Gründers Julian Assange steht exemplarisch für die Bedrohung der internationalen Pressefreiheit, garantiert in der UN-Menschenrechts-Charta. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für die sofortige Freilassung von Julian Assange einzusetzen und ihm Asyl in Deutschland zu gewähren. #FREEASSANGE

Gedenkfeiern für Mikis Theodorakis und Henning Zierock in Chania/Kreta

Gedenkfeiern für Mikis Theodorakis und Henning Zierock in Chania/Kreta
Mitglieder der Gesellschaft Kultur des Friedens nehmen an den Gedenkfeierlichkeiten zum Todestag von Mikis Theodorakis (2.9.) von 30.8. bis 4.9.2022 in Chania, Kreta, teil.

Im Rahmen der Feierlichkeiten wird in einem Konzert der Theodorakis-Freundschaftsgesellschaft am 31.8. auch das friedenspolitische Wirken von Henning Zierock, Gründer der Gesellschaft Kultur des Friedens und langjähriger Freund von Mikis Theodorakis, gewürdigt. Henning Zierock hatte vor einem Jahr an der Beerdigung von Mikis Theodorakis teilgenommen und Musikprojekte für dieses Jahr in Chania angestossen, unter anderem die Aufführung der Mauthausen-Kantate mit deutsch-griechischen Jugendlichen auf Kreta. Dieses Projekt soll nach dem überraschenden Tod von Henning Zierock im Mai diesen Jahres, nun kommendes Jahr 2023 mit SchülerInnen aus Tübingen und Chania aufgeführt werden.
https://mikisguide.gr/programme-festival-mikis-theodorakis-chania-2022/

Übersetzung auf deutsch aus dem Programm:
„Mit den Liedern von Mauthausen standen Mikis deutscher Freund Henning Zierock und seine MitstreiterInnen in der Bewegung „Kultur des Friedens“ mehr als drei Jahrzehnte lang bis zum letzten Krieg in der Ukraine an der Spitze aller Antikriegsmobilisierungen in der Welt.
Mit den Liedern von Mauthausen begleitete Henning Mikis zu seiner letzten Ruhestätte.
Henning Zierocks Pläne sahen vor: bei Mikis jährlicher Gedenkfeier im September 2022 in Chania ein Konzert der Mauthausen-Kantate von Deutschen und Griechen, das er mit uns noch vorbereitet hatte.
Leider hatte er keine Zeit mehr. Er verstarb in der Nacht des 11. Mai 2022 nach einer Herzoperation. Er hatte es eilig, seinen Freund Mikis zu treffen, den er so sehr liebte. Wir trauern um unseren Freund Henning, den Freund Griechenlands, und widmen dieses Konzert seinem Andenken.“
George Agorastakis
Präsident der Freundschaftsgesellschaft Mikis Theodorakis

Henning Zierock am Grab von Mikis Theodorakis, Galatas Dezember 2021

Trauerrede für Henning Zierock

Auf vielfachen Wunsch veröffentlichen wir hier nun die bewegende Trauerrede von Pfarrer Dr. Karl Theodor Kleinknecht, 23.Mai 2022, Stiftskirche Tübingen:

Begrüßung
Wir sind hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Henning Zierock, der am 11. Mai gestorben ist, 9 Monate nach seinem 70. Geburtstag.
Wir tun das als die Menschen, die zu ihm gehörten und ihn wertgeschätzt haben, und zugleich als christliche Gemeinde, zu der er gehörte. In Gedanken verbunden sind wir auch mit all denen, die heute nicht hier sein können und jetzt an uns denken. Uns alle verbinden das Erschrecken über seinen unerwarteten Tod und der Schmerz über den Verlust dieses in vieler Hinsicht besonderen Menschen, aber auch die Dankbarkeit für sein Leben.
In mancher Hinsicht besonders ist auch dieser Gottesdienst: gestaltet von vielen Menschen, denen das ein Bedürfnis ist, reich an Musik, Grenzen von Konfessionen und Sprachen überschreitend, auch die von kirchlich und weltlich: Ausdruck der Kultur des Friedens, in der und für die er gelebt hat.

Ansprache:
Liebe Heike Hänsel, lieber Frieder und Inge Kleinert, liebe Familie Zierock, liebe Trauergemeinde,
12 Tage ist es nun schon her, und immer noch kommt es uns ganz unwirklich vor. War er doch bis zuletzt noch ganz da, präsent und mitten drin. Auch noch in der Homburger Klinik: beim Waldspaziergang, am Klavier, mit der Gitarre, am PC. Schrieb ein Grusswort fürs Tübinger Stiftskirchenkonzert am Montag und nahm über Video Anteil daran. Wechselte Mails, Nachrichten und Telefonate, Netzwerker, der er war. Gewiß, eine schwere OP, aber doch eine, die er nach ein paar Wochen Reha ganz hinter sich lassen würde, die Pläne ab Sommer waren doch schon ge-schmiedet und vereinbart: Die Mauthausen-Kantate auf Kreta im September, und im nächsten Jahr den Canto General in Chile, wie vor 35 Jahren, nun zum 50. Jahrestag des Putsches. Wie sehr hätten wir ihm gewünscht und gegönnt, das und noch viel mehr zu erleben.
Stattdessen ist nun die uralte Einsicht des Psalm da vorhin unsere Erfahrung: „meine Tage: eine Handbreit bei dir…Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben!“.
Zurecht klagen wir, fragen: Warum? beklagen in Trauer und Schmerz den Verlust: des Vaters, Bruders, Onkels, Partners, Gefährten. Und weit über den engeren Kreis der Familie und Freunde hinaus: des so kreativ und verläßlich für den Frieden Engagierten. Eure Anzeigen in der Zeitung und die vielen Pressenachrufe machen’s sichtbar: Welch ein Verlust – auch für unsere Stadt und für die Friedensbewegung in Deutschland. Deren „Aktivposten“ er doch war, wie die Stuttgarter Zeitung sich ausdrückte.
Ja, wir haben Grund zu Klage und Trauer, und doch wollen wir der Trauer das letzte Wort nicht lassen heute. Und müssen das auch nicht, und zwar aus zwei Gründen.
Der erste Grund ist sein Leben. 70 Jahre, nur 70 Jahre, und doch: wie viel!
Wollten wir es uns vergegenwärtigen, wir könnten bis heute Abend erzählen, ohne dass es aufhörte, spannend zu sein.
Wie viele Bilder, Orte, Menschen…
Da sähen wir ihn aufwachsen im Nachkriegsdeutschland in der Lehrersfamilie als Mittlerer von fünf Geschwistern: Freudenstadt, Stuttgart, Oberstenfeld, Fußball in der VfB-Jugend, Klavier, Klarinette, Handball, den Abiturienten am Schillergymnasium Marbach (1972). Den Studienanfänger in Tübingen, Theologie und Sport, erstere läßt er wieder sein, um nach dem Sportexamen an der Musikhochschule Stuttgart zu studieren, Chorleitung unter anderem. Über den Bruder Rainer gerät er an die Musik von Mikis Theodorakis, die ihn musikalisch und politisch „elektrisiert“: „kraftvolle Musik“ im Widerstand gegen die Militärdiktatur.
Wieder in Tübingen sähen wir ihn Germanistik und Sportpädagogik studieren – und immer öfter nun an Ihrer Seite, liebe Frau Kleinert. Daneben unterrichtet er am Keplergymnasium Sport und ist als Leiter mehrerer Chöre aktiv. Nach einem Theodorakis-Konzert in Stuttgart erbittet er von ihm Noten, bekommt die Parti-tur des „Canto General“, gründet einen Chor gleichen Namens und bringt das Oratorium zum 500.Universitätsjubiläum (1977) zur Aufführung, zwei Mal im überfüllten Festsaal, 25 ist er da, Student im 3.Semester. Seine Examensarbeit schreibt er über Brechts Dialektik, das Referendariat folgt in Stuttgart, nebenher studiert er in Hohenheim Publizistik und leitet den dortigen Universitätschor.
In Tübingen hat er inzwischen (1980) den Theodorakis-Chor gegründet und die Mauthausen-Kantate einstudiert, der Chor wird Teil der Friedensbewegung gegen die Atomwaffen-Nachrüstung, konzertiert in vollen Sälen, auf Ostermärschen, Kirchentagen… Nach dem 2. Staatsexamen bleibt er nicht in der Schule, sondern übernimmt Lehraufträge in der Erwachsenenbildung, die es ihm erlauben, weiterhin musizierend und reisend (unter anderem in der Gorbatschow-Zeit dreimal nach Moskau) musikalische und politische Friedenskontakte aufzubauen und zu pflegen.
Ein Höhepunkt seines Lebens war das Jahr 1988 (da ist er 36), in dem er am 8. Mai auf dem Tübinger Marktplatz die Gesellschaft Kultur des Friedens gründet, zusammen mit Theodorakis, Tschingis Aitmatov, Karola Bloch, Christa Wolf, Hans-Peter Dürr und dem Ehepaar Jens, (das denkwürdige Pressefoto ging auch jetzt wieder durch die Medien). Den Sinn und Zweck der Gründung: Menschen verschiedener Herkunft und Prägung aus Kunst und Wissenschaft zusammen- und in Bewegung zu bringen, um gemeinsam mit ihren je eigenen Gaben und Köpfen Frieden zu thematisieren, zu fordern, zu fördern und Zeichen zu setzen, stellt er sogleich sichtbar und kraftvoll unter Beweis: In Tübingen mit Konzert und Diskussionsforen und der Pflanzung der Friedenslinde mit Gerhard Bialas am Gräberfeld X auf dem Stadtfriedhof, eine Woche später in Mauthausen mit der Aufführung der Kantate am Ort des KZ zusammen mit Otto Wahl, der es überlebt hatte, und im Juli in Chile, wo er mit Leuten aus dem Theodorakis-Chor und einheimischen Stimmen (die Sie, liebe Frau Pastene, organisiert hatten) den „Canto General“ aufführte, bestehend aus Texten Pablo Nerudas, der noch herrschenden Pinochet-Junta zum Trotz.
34 Jahre schlossen sich an, alle prall gefüllt mit Aktivitäten, neben den Broterwerbs-Tätigkeiten in verschiedenen Projekten, Lehraufträgen, und während Heike Hänsels Abgeordnetenzeit als ihr Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundestag in Berlin.
34 Jahre, die uns in Deutschland ja eher als Friedensjahre erscheinen: Ende des Kalten Krieges, Mauerfall, Wiedervereinigung…,, während sich anderswo in Europa und Umgebung im Grunde ein gewaltsamer Konflikt und Krieg an den anderen reihte: auf dem Balkan ein Jahrzehnt lang, dann Irak, Afghanistan, Syrien, und immer wieder Israel/ Palästina. Tatsächlich lassen sich fast allen Gliedern dieser traurigen Kette von Tod und Not Initiativen der Kultur des Friedens zuordnen, manche über Jahre, manche punktuell, in denen er – meist zusammen mit Heike – durch kulturelle Kontakte, Konzerte, Gespräche und praktische Hilfe gleichsam Friedensinseln schuf, Solidaritätspartnerschaften stiftete, Projekte in Gang brachte, in Tuzla zum Beispiel „Solar for Peace“, das 10 Jahre lang jungen Flüchtlingen eine Ausbildungsmöglichkeit in Solartechnik eröffnete. Spektakuläre Auftritte manchmal: 2003 in den letzten Tagen vorm 3. Golfkrieg in Bagdad mit Konstantin Wecker, wenige Tage später in New York bei der UNO und in Washington mit Paddy Kelly. Weniger wahrgenommen, aber nicht minder wichtig viele „kleine“ Ermutigungsbesuche, bei den Friedensgemeinden in Kolumbien und im Arabischen Frühling in Kairo, Tunis und Jenin. Jedesmal ist es die Musik, die die Türen öffnet, Menschen über Grenzen zusammenführt, Vertrauen schafft. Ermutigt. Und jedesmal wieder zurück nach Tübingen, Stuttgart, Berlin, gleichsam als Botschafter der Betroffenen zur Berichterstattung und Analyse, oft im Lamm, auf Solidaritätskundgebungen und -konzerten, Symposien und Kirchentagen.
Wie viel ließe sich da noch nennen, auch an Initiativen in Deutschland gegen Rüstung und Rüstungsexporte, Atomwaffen, AFRICOM und EUCOM, aber auch in der Stuttgart-21-Bewegung. Nicht zu vergessen der Protest angesichts der im Mittelmeer ertrinkenden Geflüchteten und das große Engagement gegen das Elend der griechischen Flüchtlingslager, auf Lesbos und anderswo: Auch da werden aus Besuchen mit der Gitarre und solidarischen Worten längere Aufenthalte, in denen er Instrumente beschafft und Jugendlichen beibringt sie zu spielen und miteinander zu musizieren. Eine Musikschule mitten im Elend, Kultur des Friedens. In Griechenland, das ihm durch die lebenslange Freundschaft mit Theodorakis besonders nah war – im letzten September hat er ihn auf Kreta begraben, singend mit der Gitarre an seinem Grab.
In diesem Jahr schließlich in der Ukraine-Krise regelmäßige Kundgebungen mit dem Appell, den Krieg zu verhindern durch Verhandlungen. Nachdem der Angriff dann doch erfolgte, was ihm sehr zusetzte, fuhr er nach Rom, um den Papst um Vermittlung zu bitten, damit der Krieg nicht immer noch weiter tötet und womöglich zum Weltbrand, eskaliert. Schließlich – schon aus der Klinik – ein offener Brief an ARD und ZDF, auch den zu Mäßigung und Verhandlungsbereitschaft mahnenden Stimmen Raum zu geben bei der Berichterstattung und in Talkshow-Runden.
Randvolle Jahre, in denen er der unermüdliche Motor der Kultur des Friedens war. So vor allem haben die meisten von uns ihn erlebt. Und doch ist sein Leben und Wesen damit ja noch keineswegs erfasst und beschrieben. Friedensaktivist war er, aber ja auch Partner, Freund, Lebensgefährte, Vater, Bruder, Lehrer. Wie viel kommt uns da in den Sinn: Erfahrungen, die er machte und andere mit ihm. Höhen und Tiefen, Gelungenes, aber auch Enttäuschungen, die er einstecken mußte und die er anderen bereitete. Konflikte, die sich lösen ließen – oder auch nicht.
Wie viel, woran er Freude hatte: Menschen und Musik voran, aber auch Sport, Fußball, Schwimmen, Seen, das Meer.
Wie viele Eigenheiten, solche und solche, durchaus auch widersprüchliche: un-beugsam, ein gerader Mensch mit aufrechtem Gang, bedacht auf seine Unabhängigkeit und die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen: klar links verortet, parteiisch, aber nie Mitglied einer Partei. Einer mit hohem Anspruch an sich sel-ber und an andere bis in die Kleinigkeiten und an die Leistungsgrenzen („es geht nicht, gibt’s nicht“). Streitbar, fordernd, ja, er konnte bisweilen nerven. Fürsorg-lich und verantwortungsbewußt, gerade auch als Vater. Spontan, nah am Chaos manchmal, und doch ein Planer und Organisator. Voller Tatendrang, Phantasie und Ideen. Schroff konnte er sein, aber auch vermittelnd, diplomatisch. Einer, der es verstand, Menschen zusammenzubringen und Begegnung zu ermöglichen, solche mit großen Namen, die er ohne Scheu zum Symposion einlud, oder „mal was zusammen zu machen“, ebenso wie unbekannte, die er im Flüchtlingslager oder in kretischen Dörfern mit der Gitarre um sich scharte. Einer, der gern im Mittelpunkt stand und Regie führte. Irgendwie immer ein bißchen Lehrer, bis-weilen Oberlehrer – und dem gleichzeitig Status und Geld nichts galten. Sondern der Mensch. Als einer nachts betrunken auf der Bank am Lustnauer Tor zu er-frieren drohte, holte er ihn spontan in die Wohnung.
Ja, so könnten wir immer noch mehr zusammentragen: wieviel Freundlichkeit, Vertrauen, Verstehen, Liebe… Doch sicher auch: Begrenztheit, Fehler, Versa-gen, versäumte Liebe, Schuld – die ja nicht ausbleiben in einem Menschenleben. Der Vergebung bedürftig, auch das war ihm bewußt.
Ein reiches Menschenleben. Indem wir‘s so überdenken, ermessen wir, was er uns bedeutet, welche Rolle er in unserem Leben gespielt hat, wie viel uns nun fehlt. Vor allem aber nehmen wir wahr, was uns durch ihn geschenkt wurde und wofür zu danken ist. Diese Dankbarkeit ist der eine Grund, der Trauer heute nicht das letzte Wort zu lassen.
Der andere Grund aber ist die Hoffnung. Und die hat nun mit dem zu tun, warum wir hier in der Kirche beieinander sind, seiner Stiftskirche. In der nicht nur große Konzerte der „Kultur des Friedens“ zu erleben waren, sondern vor allem die Botschaft zuhause ist, von der die Bibel Zeugnis gibt. Von dem Gott, vor dem unsere Tage eine Handbreit sind, und unser Leben, das wir so sicher leben, „wie gar nichts“. Der aber aus Liebe zu uns in die Welt gekommen ist, Mensch geworden in Jesus. Der diese Liebe Gottes gelehrt und vorgelebt hat, damit sie unter den Menschen Platz greift – und dafür hingerichtet wurde. Doch nicht im Tod geblieben, weil Gottes Liebe stärker ist als der Tod und ihn überwunden hat, dieselbe Liebe, die auch uns umfängt und trägt, auch durch den Tod hindurch.
Konfirmandenunterricht in 10 Zeilen, ich weiß. Antike Bilder, die 1:1 zu übernehmen wir uns schwer tun. Dass es nur Annäherungen sind, Versuche, jene letzte Wirklichkeit in Sprache zu fassen, war freilich schon Paulus bewußt: Sie erinnern sich: „Wir sehen jetzt wie durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise…“
Deutlicher aber ist, was er dann sagt:
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
Henning Zierock war getauft und blieb in der Kirche, obwohl ihm das manch-mal sicher schwer gefallen ist. Denn seine Erwartungen an die Kirche, dass sie entsprechend dem klaren Auftrag Jesu für Frieden, Gewaltlosigkeit, ja Feindesliebe einzutreten hätte, für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, hat sie so manches Mal enttäuscht. Und dass die Liebe „die größte unter ihnen“ sei, höher zu achten als alles andere, eben weil sie „nimmer aufhört“, bleibt, das ein-zige ist, was bleiben wird, Bestand haben, wenn alles andere aufhören wird – das steht der Kirche und den Christen ja wahrhaftig nicht so im Gesicht geschrieben, wie man sich’s wünschen würde.
Da geht es uns in der kirchlichen Friedensbewegung nicht besser als Henning mit seiner weltlich konzipierten (und doch zutiefst damit verwandten) Kultur des Friedens: Wir sind Minderheitspositionen. Und doch wirksam.
Und wenn ich heute der Trauer um Henning Zierock Hoffnung entgegenstellen möchte, dann ist es nicht nur die Hoffnung über den Tod hinaus, wie sie ihm bei seiner Taufe zugesprochen wurde: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Geborgen in Gottes Händen. Sondern dann ist es auch die Friedenshoffnung, die sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht, von den großen prophetischen Bildern: die Völker werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Und kein Volk wird wider das andere das Schwert erheben und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Jesaja 2,4b/Micha 4) über die Bergpredigt Jesu (Matthäus 5) mit der Seligpreisung der Friedenstifter und dem kla-ren Auftrag, in dieser Welt, in diesem Leben Gewalt, Feindschaft und Hass zu überwinden und die Liebe das höchste Gebot sein zu lassen. Bis hin zur Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in der Gott alle Tränen abwischen wird und der Tod nicht mehr sein wird, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. (Offenbarung 21).
Das klingt fast grotesk angesichts dessen, was gerade um uns herum passiert. „s’ist Krieg!“ und das als „Zeitenwende“ verkündete große Umdenken zurück zur militärischen Logik ist allenthalben zu spüren. Und doch sind sie da, diese Bilder und Gedanken, und werden auch durch diesen Krieg nicht totzukriegen sein, sondern bleiben als Hoffnung, Orientierung, Anspruch und Trost. Amen.
Gebet:
Herr, wir müssen Abschied nehmen von einem Menschen, der uns vertraut war und zu uns gehörte, uns wichtig und lieb war.
Wir bedenken vor dir, Gott, was Henning Zierock für uns bedeutet, wofür wir zu danken und was wir für unser Leben zu bewahren haben, aber auch, was wir zu verstehen und zu vergeben haben.
Wir bitten dich: nimm du dich seiner an. Vergib ihm, was er schuldig geblieben ist in seinem Leben gegenüber dir und gegenüber seinen Mitmenschen. Und vergib uns, was wir an ihm schuldig geblieben sind in der Zeit des gemeinsamen Weges.
Nimm du dich unser aller an, tröste und ermutige uns, auf die Macht deiner Liebe zu vertrauen, in unserem ganzen Leben, auch im Angesicht des Todes.
Vater unser…